7 Dinge / Folge 11
Am heutigen Tag findet der Personalausflug des Karl-Ernst-Gymnasiums statt. Das heißt, alle Lehrer und vielleicht auch noch die Sekretärinnen oder das Hausmeisterehepaar (Kurti wohl eher nicht, und die Putzfrauen hatten schon ihren eigenen Ausflug) fahren gemeinsam mit dem Bus zu irgendeinem Ziel, besichtigen zusammen etwas und gehen zum Abschluss in die Wirtschaft. Folglich stehen uns morgen einige Stundenausfälle bevor. Dafür gibt es 7 Gründe:
- Es könnte sein, dass einige Lehrkräfte an diesem Abend zu tief ins Glas schauen, wenn sie einmal völlig von ihrer Vorbildrolle entbunden sind. Somit sind morgen Krankmeldungen wegen Magen- und Kopfschmerzen, akuten Durchfalls oder Schläfrigkeit zu erwarten. Ein Verlust des Orientierungssinnes durch den Alkoholeinfluss kann außerdem dazu führen, dass jemand sich verletzt oder den Bus nicht mehr findet.
- Wie man schon am Wandertag gesehen hat, haben einige Lehrer Probleme, selbst in der unmittelbaren Umgebung geeignete Wanderwege zu finden. Wenn also heute der Ausflug die Lehrerschaft in unbekanntes Gebiet verschlägt, dann liegt die Vermutung nahe, dass sich einige von ihnen hoffnungslos verlaufen werden. Da zudem die älteren Kollegen Handys als nutzlos erachten, könnten umherirrende Wanderpartien sich im schlimmsten Fall nicht einmal verständigen
- Nicht erst seit dem Wandertag wissen wir auch, dass es um die Kondition (Ausdauer) von manchen Lehrern nicht sehr gut steht. Es könnte passieren, dass der eine oder andere am morgen nach einem harten Ausflug nicht mehr die Kraft für einen ganzen Schultag aufzubringen vermag. Besonders schlimm wird es für die ausdauerschwachen Lehrer, wenn die Tour unter Herrn Lerkes Führung stattfindet, das wissen wir spätestens seit Berlin.
- Die Lehrer sind mit einem TVG-Bus fortgefahren. In Amorbach war das TVG-Logo auf dem Fahrzeug noch hinter einem Baum versteckt. Wenn Herr Büchner jedoch am Zielort merkt, dass er im Bus einer Konkurrenz- Handballmannschaft gefahren ist, will er vielleicht zur Rückreise nicht mehr einsteigen und lieber heim laufen. Das heißt: Englisch- und Sportstunden auf unbestimmte Zeit gestrichen.
- Herr Landmann, der jetzt in Rente ist, aber trotzdem beim Ausflug mitfahren durfte, überzeugt sicherlich so manchen Kollegen davon, wie armselig eigentlich dessen Beruf ist und welch ein befreiendes Gefühl er empfand, als er sich sicher sein konnte, nie mehr vor einer Klasse stehen zu müssen und unfähigen Schülern Latein und Englisch beizubringen. Vielleicht widert schließlich auch andere Kollegen ihr Lehreralltag an, und sie kündigen vorzeitig, um ihre Ruhe zu haben.
- Oder der Busfahrer könnte die Gelegenheit ergreifen, zum Helden zu werden. Wenn ihm bewusst wird, wie vielen Schülern er morgen die Freiheit schenken kann, dann kommt er vielleicht auf die Idee, an dem Bus einen "Motorschaden" oder etwas ähnliches festzustellen.
- Das Lehrerkollegium ist seit neustem voll von jungen, gut aussehenden Lehrerinnen. Dieser frische Wind in Kombination mit alten, erfahrenen Aufreißern und aufstrebenden jungen Lehrern ergibt eine gefährliche Kombination. Es könnte sich heute das eine oder andere Pärchen (oder sogar ein Grüppchen) finden und die Nacht miteinander verbringen. Und wer unterm Sternenhimmel das ganze Kamasutra vorwärts und rückwärts durchgenommen hat, der braucht am nächsten Tag nicht auch noch den langweiligen Schulstoff, und außerdem möchten die Beteiligten sicherlich lieber ausschlafen wenn sie nachts so aktiv waren. Falls also am 17.10. auf dem Vertretungsplan einzelne männliche und weibliche Lehrkräfte stehen, dann wissen wir auch, warum. Dann herrscht im Personal ein gutes Arbeitsklima.
u-punkt g-punkt - 16. Okt, 18:09


